Bahn-Nettiquette: 11 Regeln fürs Bahnfahren

© Felix Kayser

Ihr seid Pendler, habt Familie und Freund*innen, die nicht in Berlin wohnen und müsst gelegentlich längere Bahnfahrten hinter euch bringen? Dann solltet ihr ein paar Dinge beachten, um nicht den Unmut eurer Mitreisenden auf euch zu ziehen. Was genau, verraten wir euch hier in unserem Bahn-Knigge.

1. Döner und Co. müssen leider draußen bleiben!

Wir wissen, viele Menschen sind hungrig, wenn sie eine längere Bahnfahrt vor sich haben und wir verstehen auch, dass ein bisschen Proviant mitnehmen eine gute Idee ist. Leider müssen aber Dinge, die sehr riechen, Bifi, Döner, Mettbrötchen und Asia-Box, leider draußen bleiben. Der Geruch bleibt nämlich sonst die gesamte Bahnfahrt über und fünf Stunden an der Bifi-Verpackung schnüffeln will ja wohl wirklich niemand.

2. Telefoniert wird nur auf dem Gang.

Längere Bahnfahrten sind kein Freifahrtschein, all eure (vergessenen) Freund*innen mal wieder für einen Plausch anzurufen, denn es interessiert uns wirklich gar nicht, was Schatzi noch vom Einkaufen mitbringen soll oder ob eure Mama euch vom Bahnhof abholt. Ob Jenny frisch geheiratet hat und das vielleicht sogar nur, weil sie schwanger ist. Außerdem ist der Empfang so miserabel, dass ihr ohnehin bei jedem zweiten Satz nur "Hallo? Bist du noch dran?" hört. Auch in der Bahn gilt also: Der Gentleman genießt und schweigt!

3. Menschen, die lesen, Musik hören oder in etwas anderes vertieft sind, sollten nur für das Nötigste angesprochen werden.

Schon klar, ihr möchtet nur wissen, ob der nächste Halt nun schon Hauptbahnhof oder erst Spandau ist, ob der Zug sich wieder in Hanau teilt und wo denn eigentlich das Boardrestaurant ist. Eigentlich würdet ihr auch gerne erzählen, dass ihr eure Eltern besucht oder für ein Job-Interview nach Stuttgart fahrt. Das könnt ihr ja auch erzählen. Nur nicht uns. Wichtige Warnhinweise, dass Leute sich nicht unterhalten wollen: Lesen. Musik hören. Film schauen. Oder einfach verträumt aus dem Fenster schauen.

4. Schuhe gehören nicht auf den Sitz...

Schon klar, das klingt jetzt sehr spießig, aber honestly, niemand will da sitzen, wo vorher noch Straßenschuhe standen. Wir setzen uns ja auch nicht auf den Alex. Oder auf den Boden in der U-Bahn.

5. ...und bleiben an, wenn ihr Stinkefüße habt!

Und bleiben wir gleich beim Thema Schuhe: Wer Stinkefüße hat, behält die Treter gefälligst an. Mit dem Geruch von Füßen verhält es sich nämlich wie mit dem stinkenden Essen: Er bleibt die ganze Fahrt über in der Nase.

6. Wenn die Bahn voll ist, gehören Taschen, Rucksäcke und Co. auf den Boden.

Machen wir uns nichts vor, wir würden am liebsten alle allein in einem Vierer-Abteil sitzen. Weil wir aber nicht vier Sitze buchen, geschweige denn bezahlen und Bahnfahren, wenn nur ein Viertel der Leute mitfahren würde, gar nicht mal mehr so nachhaltig wäre, gehören Rucksäcke und Co. auf den Boden oder unter den Sitz, damit sich andere setzen können. Ihr wollt ja schließlich selbst auch ungern die ganze Zeit stehen.

7. Die Bahn ist kein Zuhause. Hemmungslose Gefummel und Geknutsche gehört hier also nicht hin.

Frisch verliebt sein ist toll. Gegenüber von einem frisch verliebten Pärchen im Vierer zu sitzen allerdings nicht sonderlich. Seid also so lieb und hebt euch eure Passion für zu Hause auf. Oder zumindest für die Zugtoilette.

8. Macht einen gemeinsamen Temperatur-Check

Die Bahn und die Temperatur sind so eine Sache und deswegen liegt dieser Punkt auch nicht immer in eurer Hand. Solltet ihr aber das Glück haben, dass das Thermostat im Abteil funktioniert, entscheidet euch gemeinsam mit den anderen für ein angenehmes Mittelmaß zwischen Eiszeit und Tropen.

9. Erst aussteigen lassen, dann einsteigen.

Ein sehr einfaches Prinzip, dass das Ein- und Aussteigen nicht nur beschleunigt, sondern der Bahn vielleicht auch hilft, etwas pünktlicher zu sein: Man lässt Menschen erst aussteigen (mit Gepäck!) und steigt anschließend ein.

10. Die Bahn ist auch kein Beatuy-Salon: Nägel (ab-)lackieren, Haare glätten oder frisieren sollte man bleiben lassen.

Dieser Punkt würde hier nicht stehen, wenn wir es nicht schon erlebt hätten und deswegen wollen wir gar nicht drum herum reden. Just don't.

11. Und hier noch ein kleiner Reminder: Die Zugbegleiter*innen können nichts dafür, wenn der Zug Verspätung hat, seid also nett zu ihnen.

Schon klar, wir sind alle genervt, wenn die Bahn unpünktlich ist und wir worst case auch noch einen Anschlusszug verpassen. Wenn aber jemand ganz bestimmt nichts für die Verspätung kann, dann sind es die Zugbegleiter*innen, die gerade mit euch im Zug sind. Seid also nett zu ihnen, dann sind sie es auch zu euch.

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