Fluffige Brioche und Aprikosen-Kompott im Café Bichou

© Tasnim Rödder

Es gibt Zeiten im Leben, in denen das eigene Portmonee den Urlaub in Südfrankreich nicht ermöglichen kann. Dann gibt es zwei Optionen: Entweder man schmollt und zieht sich zum x-ten Mal "Blau ist eine warme Farbe" rein. Oder man trinkt im Café Bichou in Neukölln einen Kaffee und träumt. Vor Ort lohnt sich folgendes Experiment: Man suche sich eine Sitzgelegenheit, schließe die Augen, beißt in ein Mandel-Brioche und stellt sich vor, die französische Morgenluft einzuatmen. Et voila: Urlaub für fünf Euro? Gebongt.

Seit zwei Jahren betreiben Marion Coulondre und Thomas Giese zusammen ein Stück französischen Boden im urigen Neukölln, zwischen Karl-Marx-Straße und Sonnenallee. "Wir haben immer in der Gastronomie gearbeitet, aber wollten uns irgendwann den Regeln der Industrie nicht mehr beugen", sagt Marion. Nun stellen sie Hafer- und Mandelmilch selbst her und kochen die Apfelschalen ein, die beim Backen der Tarte Tatin übrigbleiben. Es sollen möglichst wenige Lebensmittel im Müll und möglichst viel wieder in Einmachgläsern oder beim nächsten Mittagstisch auf den Tellern der Gäste landen.

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Jede Woche gibt es eine überarbeitete Mittagskarte: eine Quiche (zum Beispiel Mangold und Speck oder Rote Bete und Feta), eine Auswahl an Salaten (Kartoffelsalat, Grüner Salat), eine Suppe (Sellerie-Apfel), ein warmes Hauptgericht (Róti de porc aux quetsches oder auch  Schweineschulter und Zwetschgen) und ein Dessert (Zitronentarte oder Mirabellen-Cheesecake). Die Portionen fallen relativ schmal aus, sind aber auch schon ab 2,50 Euro zu haben.

Auch eine kleine Frühstückskarte gibt es im Café Bichou. Marion serviert fluffige Brioche mit selbstgemachter Marmelade und Buttertöpchen, Sauerteig-Baguette mit regionalem Hartkäse oder selbstgemachte Focaccia mit geschmorter Rote Bete, frischem Spinat, Frischkäse und Walnuss-Pesto. Besonders zu empfehlen ist das Granola: Dafür wird der Hafer selbst gequetscht, mit Buchweizen und Mandeln gebacken und auf Joghurt und Kompott der Saison angerichtet. Gesundes Frühstück nach Savoir-Vivre.

Zu schade ist es, dass Marion und Thomas das Café nur unter der Woche betreiben. Dafür stehen die beiden immer persönlich von Montag bis Freitag im Laden. "Wir bieten den Menschen hier ein zweites Zuhause, wir haben sehr viele Stammkunden", sagt Marion. Das ist nicht wunderlich. Wer einmal im Bichou war, kann vielleicht auf den nächsten Urlaub in Frankreich verzichten.

© Tasnim Rödder

Unbedingt probieren: Granola und Mandel-Brioche!

Veggie: Ist gesorgt. Für Veganer könnte es schwierig werden. Das Angebot soll aber wachsen.

Mit wem gehst du hin: Mit deiner Amour fou oder mit dir selbst und deiner Urlaubslektüre vom letzten Sommer.

Besonderheit des Ladens: Das französische Flair, die ausgewählte Einrichtung und die Mühe und Sorgfalt, die Marion und Thomas in ihre Gerichte stecken. Man schmeckt es!

Lärmfaktor: Ruhig, da der Laden in der Schönstedtstraße versteckt ist.

Preise: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt! Essen gibt es ab vier Euro, Kaffee ab zwei Euro. Für die Qualität ist das Bichou sogar sehr günstig.

BICHOU, bistro & café | Schönstedtstraße 14, 12043 Berlin | Montag – Freitag: 08.00–18.00 Uhr | Mehr Info

Wir wurden von dem Restaurant eingeladen, das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

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