"Wir alle sind Berlin" – Wir haben mit dem Fotograf Vitali Gelwich über Vielfalt gesprochen

Diversity, Equality und Multikulti sind die Schlagworte 2017. Auch für Skyy Vodka wirft sich in Deutschland mit der Reihe "Eine Generation weiter" in die Thematik. Der kalifornische Vodka bezieht Stellung und unterstützt vielfältige Projekte, die sich in diesem Jahr der "Vielfalt im Nachtleben" widmen.

In Zusammenarbeit mit dem jungen Fotografen Vitali Gelwich, dessen Arbeiten man sonst auch in Magazinen wie CRACK oder Highsnobiety bewundern kann, entstand eine herausragende Portraitstrecke, die vor allem sein sehr kreatives und facettenreiches Umfeld widerspiegelt. Darunter sind unter anderem Young Krillin, Rapper und Musikproduzent, Jakob Preischl, Videoproduzent von BWGTBILD, und die Weicker Zwillinge, die in der Musikbranche als Creative Directors große Aufmerksamkeit erregen. Ich habe Vitali kurz vor Ausstellungseröffnung im Studio besucht und ihn zu seinen Bildern befragt.

© Nora Tabel

Was macht für dich Vielfalt aus?
Vitali: "Vielfalt ist eine Grundeinstellung im Leben. Es bedeutet, dass man nicht engstirnig durch das Leben wandert, Toleranz anderen gegenüber, vielfältiges Denken, Akzeptanz anderer Lebensweisen, offen sein für die Dinge, die einen umgeben. Das bringt dich auch in deiner eigenen Entwicklung weiter. Jeder Mensch, der mir in meinem Umfeld begegnet, ist auch immer eine Inspiration. Die Gruppe aus der Portrait-Reihe zum Beispiel. Die Leute sind alle sehr unterschiedlich und jede einzelne Geschichte von denen gibt mir eine neue Sichtweise, einen neuen Blickwinkel auf das Leben."

Jeder Mensch, der mir in meinem Umfeld begegnet, ist auch immer eine Inspiration.

Mit Skyys Diversity-Projekt konntest du die Vielfalt in deinem Umfeld porträtieren. Wo genau hast du nach Vielfalt gesucht?
Vitali: "Ich hab in den letzten Jahren über meine Arbeit viele verschiedene Persönlichkeiten kennengelernt, die für mich Vielfalt ausmachen. Einigen Leuten sieht man ihren Background leicht an, bei anderen wiederum muss man schon genauer hinsehen."

Gibt es eine Gesichte die dich besonders berührt hat?
Vitali: "Ja, wir sind für Young Krillin extra viele Stunden nach Salzburg gefahren, damit ich ihn fotografieren kann. Er ist von Geburt an auf seinen Rollstuhl angewiesen. Als Produzent und Rapper hat ihn das aber nie abgehalten, sich mit aller Kraft der Musik zu widmen. Er war wegen des Shootings ziemlich aufgeregt. Ich weiß gar nicht, ob er vorher überhaupt schon mal so abgelichtet wurde. Es war eine sehr familiäre und nahe Begegnung."

© Nora Tabel
© Nora Tabel

Wie ist dein eigener Background zum Thema Diversity?
Vitali: "Ich bin als russisches Aussiedler-Kind mit meiner Mutter und meinem Bruder nach Deutschland gekommen. Wir haben eine Weile im Asylheim gelebt, sind später in eine Platte gezogen. Meine Mutter hat mir trotz einiger Schwierigkeiten ermöglicht, Klavierunterricht zu bekommen und auch Basketball spielen zu können. Das hat mich von so einigem Blödsinn ferngehalten. Schlussendlich bin ich mit zwei Kulturen aufgewachsen und obwohl sie in mir vereint sind, gehöre ich dennoch zu keiner so ganz. Ich bleibe immer dazwischen, immer ein Mix. So aufzuwachsen gibt mir wahrscheinlich eine Art Grunderfahrung für vielfältiges Denken."

Suchst du für deine Arbeiten gezielt nach Menschen, die einen etwas anderen Background haben?
Vitali: "Ja und nein. Ich versuche, da für alles offen zu bleiben. Natürlich gibt es die Leute, die sich hervorragend für ein Foto anbieten. Aber auch die Unscheinbaren haben großartige und vielfältige Geschichten zu erzählen. Ich überlasse also auch einiges dem Zufall. Ein gezielter Zufall, wenn man will."

Berlin wird ja gern als Multikulti-Stadt wahrgenommen. Siehst du das auch so?
Vitali: "Klar, die vielen unterschiedlichen Nationalitäten machen Berlin schon auch aus. Die Stadt ist ziemlich durchmischt, aber irgendwie ist man ja auch doch auch schon nach kurzer Zeit selbst zum Berliner geworden. Zumindest fühl ich mich so. Aber nicht nur die Nationalitäten machen das Multikulti aus, auch was in Berlin machbar ist, ist beinahe endlos."

Gerade beim Feiern sollten Offenheit und Spaß an erster Stelle stehen.
Vitali Gelwich

Wo kann man in Berlin wirklich so sein, wie man ist?
Vitali: "Für mich persönlich? Ganz klar, mein Studio. Hier darf sich jeder von seiner ganz persönlichen Seite zeigen. Sonst eigentlich an jeder nächsten Ecke, wenn du dir nicht gerade die krasseste Hipster-Bar im Kiez raussuchst."

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Berliner Nachtleben? Sind Vorurteile, Ausgrenzung oder Gewalt ein Thema?
Vitali: "Bevor ich angefangen habe Fotos zu schießen, habe ich in Bars gearbeitet. Ich hab also einiges im Nachtleben gesehen. Natürlich gibt es auch da Vorurteile, Ausgrenzung und Gewalt. Gerade auch wenn Alkohol und Co. ins Spiel kommen. Abgesehen davon, gibt es natürlich diverse Grüppchen und Szenen, die gerne unter sich bleiben. Ich finde das sehr schade, denn gerade beim Feiern sollten Offenheit und Spaß an erster Stelle stehen."

Was muss sich ändern?
Vitali: "Wir alle sollten die ganzen Oberflächlichkeiten aus unserem Alltag streichen. Wir sollten mehr tun und machen, als nur zum Schein sein. Vielleicht auch weniger feiern. Wir sollten genauer hinsehen und wahrnehmen. Wir alle sind Berlin. Wir alle sind Menschen. Jeder ist alles und alle sind nichts! Wir sollten mehr Klarheit darüber haben, dass wir alle nur ganz klein sind auf dieser Welt, egal wo wir gerade sind. Und das ist eigentlich auch ganz schön."

© Nora Tabel
© Nora Tabel

Dieser Artikel ist von Skyy Vodka gesponsert.

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