Finden Männer intelligente Frauen unsexy?

© Pexels

Dieser Text stammt aus dem Buch "Beste Freundinnen" aus der Feder von Max und Jakob, die ihr schon lange aus dem Podcast "Beste Freundinnen" kennt. Darin beantworten sie unter anderem auch die Mails ihrer Hörerinnen und Hörer in Beziehungs- und Liebesfragen. Morgen kommt das Buch in die Läden und ihr könnt hier ihr vorab ein Kapitel lesen!

Too smart to fuck – Steht Intelligenz der Lust im Weg?

Hallo ihr beiden,
nach dem Studium habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin angefangen und werde in den nächsten Jahren meinen Doktor machen. Die Frage ist meinem Gleichstellungs-Ich fast schon peinlich, daher müsst ihr das nun ausbaden. Denn: Es kam mir der Gedanke, ob Männer damit ein Problem haben. Ich merke, wenn ich einen Typen zum ersten Mal treffe, dass als Reaktion auf die Doktorandinnen-Nummer ein »Uh krass, du musst ja super intelligent sein!« von den Männern kommt und man gefühlt in eine Schublade verfrachtet wird, die unverbindliche
Affären leider oftmals auszuschließen scheint.
Was denkt ihr darüber?
Liebe Grüße
Lara

Jakob: Ich war in meinem Leben mit einigen sehr intelligenten Frauen zusammen. Bei Frauen, deren Interessengebiete nicht über den Schminktisch hinausreichten, erstreckte sich mein Interesse meist nur bis zur Bettkante. Auf mich wirken intelligente Frauen genauso sexuell wie weniger intelligente. Es ist nur so, dass bei sehr begabten Frauen das Sexuelle schneller in den Hintergrund gerät, weil ich ein Mensch bin, der sich wahnsinnig gerne austauscht. Mit einer intelligenten Frau geht das besser. Bei Frauen, denen diese Fähigkeit fehlt, beschränkt sich der Fokus mehr aufs Bett. In einer Beziehung mit einer intelligenten Frau ist es wichtig, dass es sich die Waage hält und man nicht irgendwann nur noch auf einer geistigen Ebene ist, sondern auch körperlich wird.

Wenn ich das erste Mal auf eine Frau treffe, die wahnsinnig intelligent ist, macht das trotzdem manchmal etwas mit mir. Besonders heftig ist es, wenn sie sich im gleichen beruflichen Umfeld bewegt. Im ersten Moment kann mich das ein bisschen einschüchtern. Ich hole dann kurz Luft und bin immer wieder erstaunt über die Wirkung auf mich und meine Reaktionen, die ich zeige. Nach einer Weile verfliegt das Gefühl der Benommenheit, und ich nehme die Frau eher als Bereicherung wahr, weil ich mich inspiriert von ihr fühle. In intelligenten, attraktiven Frauen sehe ich eher ein potenzielles Teammitglied als eine Konkurrentin. Es kommen dann so komische Gedanken in mir hoch wie: Super, dann kann sie immer mit den Kids die Hausaufgaben machen.

Max: Die von dir erlebte Einschüchterung würde ich nicht an der Intelligenz festmachen. Das ist universeller. Selbstbewusste Frauen, egal ob das  Selbstbewusstsein auf Intelligenz oder optischen Reizen beruht, können Männer verunsichern.

Bei Frauen, deren Interessengebiete nicht über den Schminktisch hinausreichten, erstreckte sich mein Interesse meist nur bis zur Bettkante.

Jakob: Definitiv. Wenn ich mich eingeschüchtert fühle von einer sehr intelligenten Frau, liegt es eher an meinem Selbstwertgefühl als an der Frau. Wenn ich mich nach einem kurzen Moment wieder beruhigt habe, dann freue ich mich auch darüber, weil ich wirklich selten Frauen treffe, von denen ich mich auf einer intellektuellen Ebene inspiriert fühle. Für mich ist es schön, wenn es so ist. Lara hat einen anderen wichtigen Punkt angedeutet: Das von ihr vermutete geschlechterspezifische Machtverhältnis. Es gibt Männer, denen es wichtig ist, die Oberhand zu haben. Andere wünschen sich Beziehungen auf Augenhöhe. Welche Art von Männern will sie treffen? Die mit dem Ballon-Ego, die ihre Intelligenz an der Dummheit ihrer Freundin messen, oder selbstbewusste Männer, die für sich stehen.

Max: Zurück in die Gegenwart. Erst mal geht es ja ums Kennenlernen. Doktortitel wirken auf mich im Kontext der Frage als attraktiv. Aber es stimmt schon, dass mir bei einer sehr intelligenten Frau nicht als erstes das quietschende Bett in den Kopf kommt. Wenn Lara sich genau das wünscht, gilt es offen mit der Sexualität zu spielen. Kleine körperliche Signale, um dem Mann wieder ins Gedächtnis zu bringen, dass man trotz aller Intelligenz ein sexbesessenes Wesen ist, können da helfen. Alle haben die gleichen Bedürfnisse, und wie sang schon die Bloodhound Gang: »You and me, baby, ain’t nothin’ but mammals/ So let’s do it like they do on the Discovery channel«. Vielleicht sollte sie wieder mehr ihre animalische Seite ausleben und nicht so verkopft rangehen. Natürlich immer schön vorsichtig, denn nichts ist für einen Mann unattraktiver als ein mit ihren sekundären Geschlechtsmerkmalen um sich werfendes rolliges Weibchen.

Nichts ist für einen Mann unattraktiver als ein mit ihren sekundären Geschlechtsmerkmalen um sich werfendes rolliges Weibchen.
© Wiebke Jann

Das Buch "Beste Freundinnen" erscheint am 25.08.2017 bei Bastei Lübbe. Ihr bekommt es zum Beispiel bei Amazon.

Sags deinen Freunden: