Diese Festivalhütten könnten Obdachlosen bald als Schlafstätten zur Verfügung stehen

© Debora Ruppert

Die Zahl der Obdachlosen steigt in Berlin kontinuierlich. Geschätzt 8000 Menschen leben mittlerweile auf den Straßen der Hauptstadt, schlafen in Grünflächen, unter Brücken, auf Bahnhöfen. Was im Sommer schon schwerfällt, wird im Winter zur Tortur. Neben der sozialen Ächtung ist es die Kälte, die die Menschen besonders fürchten, die bis ins Mark vordringt und jedes Jahr Todesopfer fordert.

Viele soziale Projekte versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Doch der hohen Zahl an Wohnungslosen steht eine viel zu kleine Zahl an Notunterkünften gegenüber, die von Kirchen, Vereinen und Stiftungen betrieben werden. Zum Glück werden sich auch immer mehr junge Unternehmer ihrer Verantwortung für die Gesellschaft bewusst. So auch das Startup My Molo, das mobile und faltbare Hotelzimmer entwickelt, die auf Sommerfestivals eine Alternative zum Schlafen im Zelt bieten.

Im Winter wiederum stellt das Team von Gründer Fritz Ramisch acht ihrer Vier-Quadratmeter-Hütten Obdachlosen als Schlafstätte zur Verfügung. Betreut von der Gemeinde Brot des Lebens werden die Einheiten, die auf dem Kirchhof der St. Pius-Gemeinde in Friedrichshain stehen, zum temporären Zuhause von Menschen, denen nichts als ihr Rucksack blieb.

Um den Unterhalt, die Transportkosten, Auf- und Abbau, Strom, Miete und die Betreuung der Obdachlosen zu finanzieren, werden pro Hütte 1100 Euro für fünf Monate benötigt. Geld, das My Molo, die Kirche St. Pius und die Gemeinde Brot des Lebens über eine Crowdfunding-Kampagne auf Betterplace sammeln möchten. Wenn auch ihr Obdachlosen durch die kalte Jahreszeit helfen möchtet, spendet gerne ein paar Euro – die Menschen brauchen unsere Solidarität jetzt mehr als jemals zuvor.

© My Moto
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