Bei EinStückLand könnt ihr online bestes, deutsches Gallowayfleisch kaufen

© Hinrich Carstensen

Zwischen veganen Bowls, Sojadrinks und Food-Dokus über die gesundheitlichen Schäden von "processed meat" haben Hinrich und Lina EinStückLand gegründet. Auf ihrer Plattform verkaufen die beiden Gallowayfleisch von kleinen, landwirtschaftlichen Betrieben aus dem Norden Deutschlands. Der gelernte Diplom-Bauinengieur und Fotograf und die Krankenschwester sind beide Landkinder und mit gutem Fleisch und dem respektvollen Umgang mit den Zuchttieren aufgewachsen. Mit EinStückLand wollen die beiden die Natur zurück auf den Teller bringen und unser Bewusstsein für hochwertiges Fleisch und Fleischkonsum stärken.

"Wir essen zur Zeit eigentlich jeden Tag Fleisch. Gesund sind maximal 600g pro Woche.", sagt Hinrich. Mit ihrem Onlineshop will das Paar Fleischessen wieder zu etwas Besonderem machen. Wer sich für EinStückLand entscheidet, kauft ein Paket bestehend aus verschiedenen Cuts Gallowayfleisch. Erst wenn ein ganzes Tier verkauft ist, wird es geschlachtet. Da mich die Entwicklung "unseres" Fleischkonsums doch ziemlich beunruhigt und mir der Ansatz von Hinrich und Lina gut gefällt, habe ich Hinrich ein paar Fragen zu ihrem Unternehmen gestellt.

© Hinrich Carstensen

Was war eure Motivation, EinStückLand zu gründen?
Lina und ich sind beide in Familien aufgewachsen, in denen das Kochen eine sehr hohe Priorität hat. Meine Mutter kocht zum Beispiel seit 30 Jahren nur mit unserem eigenen Gallowayfleisch. Da sich der Fleischkonsum in eine merkwürdige Richtung bewegt und wir mehr und mehr festgestellt haben, was für riesige Konzerne den Fleischmarkt bestimmen (und das weltweit), wollten wir den Menschen, die genau wissen wollen, was für ein Fleisch sie essen, eine Alternative bieten. Da meine Eltern eine eigene Gallowayherde haben, lag es nahe, dass wir Gallowayfleisch verkaufen wollten. Wir wollten ein richtiges natürliches Lebensmittel vermarkten und Gallowayfleisch erfüllt das zu 100 Prozent.

Was macht euer Fleisch so besonders?
Nicht das Fleisch, sondern das Tier steht an erster Stelle. Bei uns und unseren Partnerlandwirten laufen die Galloways das ganze Jahr über die Weide. Sie haben viel Auslauf und bekommen nur Grasprodukte zu fressen. Durch die viele Bewegung, das natürliche Futter und die artgerechte Haltung sind sie sehr robust und brauchen daher keine Medikamente. Durch diese Faktoren ist das Gallowayfleisch marmoriert, zart und hat einen sehr guten Geschmack. Antibiotika wird bei uns prophylaktisch nicht gegeben! Im Winter bekommen die Tiere Heulage zugefüttert, damit sie den Winter gut überstehen. Wir setzen auch auf die Mutterkuhhaltung, das heißt die Kälber bleiben bei ihren Müttern und werden nicht getrennt.

Uns liegt das Wohl der Tiere am Herzen. Wir halten die Transportwege zum Schlachtbetrieb sehr kurz und brauchen daher nur ca. 25 Minuten Fahrzeit. Unser Schlachter hat Boxen mit Stroh, in denen sich die Tiere nach der Fahrt beruhigen können. Das Fleisch reift bei uns ca. 21 Tage am Knochen. Wir setzen auf das Dry Aging, bei dieser Reifung verliert das Fleisch mehr Wasser und hat am Ende eine für uns höhere Qualität. Beim Kochen verliert unser Fleisch daher nicht an Wasser. Kein Vergleich zum Supermarktfleisch, bei dem du 500g Hackfleisch kaufst, später aber nur 300g in der Pfanne hast. Weil uns Nachhaltigkeit sehr wichtig ist, verschicken wir unsere Bestellungen auch nicht mit Styroporboxen.

© Hinrich Carstensen
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Wie lange dauert es, bis ein Tier verkauft ist?
Zur Zeit dauert es noch etwas. Wir hoffen natürlich, dass sich unsere Idee rumspricht. Ich denke, dass wir viel Potential haben und in naher Zukunft mehr Kunden gewinnen können. Das letzte Rind war ca. drei Wochen online. Dann kommen Schlachtung, Reifung und Versand hinzu. Die Kunden mussten also zwei Monate auf ihr Fleisch warten. Jetzt hat jeder 6,5kg bestes Fleisch zu Hause und kann davon einige Wochen gut leben. Sobald das Paket zu Neige geht, kann das nächste Paket bestellt werden. Aufgrund der Schlachtung ist ein Monat die minimalste Wartezeit. Bei uns kann man nicht abends bestellen und das Fleisch am nächsten Morgen in Empfang nehmen. Das spricht gegen unsere Philosophie.

Bei uns kann man nicht abends bestellen und das Fleisch am nächsten Morgen in Empfang nehmen. Das spricht gegen unsere Philosophie.
EinStückLand

Muss Fleisch ein Biosiegel haben?
Generell sind Biosiegel eine sehr gute Sache. Sie sind für den Verbraucher ein gutes Werkzeug, um eine Einschätzung über die Qualität zu treffen. Biosiegel ist aber nicht gleich Biosiegel, da gibt es große Unterschiede. Wir setzen auf Ehrlichkeit und Transparenz. Einige unserer Partnerlandwirte haben Biosiegel, andere haben keine. Für uns macht es aber keinen Sinn, jemanden auszuschließen, weil er kein Biosiegel hat. Wichtig ist, dass es den Tieren gut geht, dass sie mit Respekt behandelt werden und dass man sich liebevoll um sie kümmert. Unsere Partnerlandwirte haben die Gallowayzucht häufig aus einem Grund: die Liebe zum Tier. Deswegen haben viele ihre Galloways nur aus Leidenschaft, aus Passion oder wie man auch sagen kann, als „Hobby“. Wir suchen unsere Landwirte eben genau nach diesen Standards aus. Genauere Infos dazu findet man auch auf unserer Homepage.

Kann man euer Fleisch auch in Berliner Restaurants essen?
Zur Zeit arbeiten wir mit keinem Restaurant zusammen. Wir haben letztens eine kleine Metzgerei in Rostock beliefert, die mit unserem Hackfleisch Patties herstellt. 100% Gallowayfleischpatties für Burger. Das ist mal lecker. :-)

© Hinrich Carstensen
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