11 Ausreden, um heute Abend einfach zu Hause zu bleiben

© Bridget Jones

Es ist einer dieser Abende. Die Woche steckt einem in den Knochen, eigentlich hat man sich mit den Freund*innen verabredet, aber sobald man Mantel und Verantwortung an den Garderobenhaken in der gemütlichen Wohnung gehängt hat, scheint dieses Vorhaben physisch absolut unmöglich. Die größte Hürde ist nämlich nicht der Weg quer durch Berlin, sondern der Weg vom Sofa zurück zur Wohnungstür. Als Mitglied erster Stunde und Trägerin der goldenen Ehrennadel im "Stay Home Club" habe ich hier 11 solide Ausreden gesammelt, mit denen ihr euch heute Abend aalglatt aus der Verabredung herauswinden und euch in drei Schichten Lasagne einrollen könnt. Von ganz banal bis perfide ist für jede*n Stubenhocker-Aspirant*in etwas dabei:

1. "Eine Freundin hat sich getrennt und ich muss ihr beistehen."

Heißt übersetzt so viel wie: "Meiner besten Freundin Bridget (Jones) wurde mal wieder auf grausame Weise von ihrem On-Off-Lover Daniel (Cleaver) das Herz herausgerissen, ist ja wohl Ehrensache, dass ich ihr da beistehe (zusehe)!" Es ist die Win-Win-Ausrede schlechthin. Man muss nicht ausgehen und zudem denken alle Freund*innen, man sei ein mitfühlender, lieber Mensch.

2. "Ich mache grade Detox und könnte eh nichts trinken."

Eine Ausrede, die einem zumindest in Berlin meistens ohne Nachfrage abgenommen wird – die ganzen Storys über Saftkuren, Algendrinks und Antioxidantien will sich ohnehin keine*r anhören. Funktioniert allerdings nur dann glaubhaft, wenn ihr auch im Alltag ab und zu mit einem grünen Smoothie in der Hand gesichtet werdet.

3. "Ich muss noch so viel erledigen."

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Zum Beispiel essen. Und schlafen. Und alle Staffeln der Lieblingsserie nochmal schauen. Diese aufwendigen Projekte kosten Zeit und Kraft und wollen ernst genommen werden. Da kann man eben nicht so einfach zum Feiern abschwirren! Verantwortungsvolles Freizeitmanagement nennt sich diese Methode und sie ist mindestens genauso wichtig wie durchtanzte Nächte, wobei sich das ja momentan auch recht schwierig gestaltet.

4. "Tut mir Leid, ich bin heute auf einem Geburtstag eingeladen."

Zum Glück haben wir alle im Freundeskreis diese eine fiktive Person, die mehrmals im Jahr Geburtstag feiert und sehr, sehr traurig ist, wenn wir nicht dabei sind. Manchmal wohnt sie auch so weit außerhalb, sodass man wirklich nicht noch in den Club nachkommen kann. Als Geschenk bringen wir Lieferando-Essen und Kuscheldecke mit.

5. "Sorry, ich glaube da ist eine Erkältung im Anmarsch."

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Klare Sache: Dinge, die im Anmarsch sind, soll man nicht aufhalten. Schon gar nicht mit Alkohol, guter Laune und lachenden Menschen. Vorgetäuschte Unpässlichkeiten sind unter Umständen leicht zu entlarven, es gilt also, schon rechtzeitig mit dem Vortäuschen von Symptomen zu beginnen. Hat man aber das Schauspiel einmal raus, steht dem gemütlichen Abend unter dem Leitmotto "Just don't" nichts mehr im Anmarsch. Äh, Weg.

6. "Ich hab die ganze Woche schon außer der Reihe gefeiert."

Ab einem gewissen Lebensalter durchaus eine kredible Ausrede – mit mitfühlendem Gesicht erinnern sich die Freund*innen an die schweren Glieder, das dumpfe Brummen im Kopf und die brennenden Augen, die Partyausflüge unter der Woche so mit sich bringen. Nur, dass man die gar nicht gemacht hat und einfach nur quietschfidel mit Laptop im Bett sitzen und Nüsschen knabbern will.

7. "Schaffe es heute nicht."

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Eine langweilige und lieblose Ausrede. Die sollte man wirklich nur anwenden, wenn einem die Leute ziemlich egal sind oder man sich so gut kennt, dass eh alle wissen, was Phase ist. Außerdem muss man sich gegen Nachfragen wappnen – oder das blöde Gefühl, wenn die nicht kommen.

8. "Das ist mir zu weit weg."

Das ist eigentlich keine Ausrede, das ist ein handfestes Argument. 15 Kilometer mit drei verschiedenen Verkehrsmitteln zurückzulegen, nur um sich in einer Bar mit anderer Postleitzahl den ewig gleichen G&T in die Birne zu stellen kann man machen, wenn man sehr verzweifelt ist. Und muss man machen, wenn man in Zehlendorf lebt. Alle anderen mit diesem Vorhaben darf man ohne schlechtes Gewissen in ihr Unglück laufen lassen. Ciao!

9. "Muss leider gerade etwas sparen, tut mir Leid."

Geldknappheit zieht immer, vor allem in Berlin, vor allem, nachdem man sich die letzten Monate jeder Extravaganza hingegeben hat. Wer Pech, also in diesem Fall spendable Freund*innen hat, muss leider auf eine Zweitlüge aus dieser Liste zurückgreifen. Und lasst euch nicht ködern von Frinks (ja, das ist das neue Wort für "free drinks")!

10. "Klar, ich komm' nach!"

Die beste Ausrede ever. Wirklich. Denn: Man umgeht mit der gelogenen Zusage alle Überredungsversuche, kann sich schon mal in Ruhe seine Watchlist bereitlegen und den Lieferandoboy auf den Weg schicken und dann, wenn alle anderen schon den ersten Drink intus haben, windet man sich mit einer kurzen, entschuldigenden Nachricht aus der Affäre, die in den Wirren der Nacht komplett untergehen wird. Frühestens 18 Stunden später muss man sich mit Nachfragen auseinandersetzen, aber dafür gibt es ja in dieser Liste noch 10 andere Ausreden, die auch rückwirkend im Präteritum funktionieren.

11. "Nö, keine Lust. Nächstes Mal wieder!"

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Ehrlich währt am längsten. Und am einfachsten und unkompliziertesten. Keinen Bock auf Rausgehen zu haben ist nichts, wofür man sich eine Ausrede ausdenken müsste. Und wenn man sich den einen Abend in der Komfortzone einrollt, ist beim nächsten Mal die Motivationsbatterie wieder aufgeladen. Der "Stay Home Club" hat schließlich nicht jeden Tag Sitzung.

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