Vielleicht die besten Croissants jenseits von Paris: Die Croissanterie Neukölln

© Lisa Ksienrzyk

Gute Croissants zu backen ist eine Kunst, die nicht einmal alle französischen Boulangeries beherrschen. Von deutschen Bäckern ganz zu schweigen. Ein gutes Croissant muss mit viel Butter zubereitet werden, sodass die goldbraune Kruste zart schimmert und die blättrigen Krümel auf dem Teller mit fettigen Fingern eingesammelt werden können. Ein Croissant darf aber auch nicht zu viel splittern oder in sich zerfallen. Zerreißt man das feine Gebäck, muss man mehrere elastische Teigschichten einzeln durchtrennen können. Kleine, wolkige Hohlräume bilden sich darin, die einen butterweichen Blätterteig präsentieren.

Und in Berlin gibt es tatsächlich ein Café, das das französische Frühstücksgebäck nicht noch besser hinbekommen könnte. Die Croissanterie stillt bereits seit über 20 Jahren die Sehnsucht nach der vollkommenen zartblättrigen Pâtisserie. Das kleine Café hat nicht viel Platz, aber umso mehr verschiedene Croissants im Angebot. Mit Aprikosenfüllung oder Limonen-Geschmack, als Laugengebäck oder sogar vegan, mehr als zehn Varianten des Blätterteiggebäcks liegen in der Glasvitrine und warten darauf, in einen frischen Milchkaffee getaucht zu werden.

© Lisa Ksienrzyk

Ich habe bis vor einiger Zeit selbst in Frankreich gelebt. Für sieben Monate war Paris mein Zuhause und das Croissant mein Frühstücksbrötchen am Wochenende. In der Hauptstadt der Grande Nation findet man an jeder Straßenecke einen Bäcker. Wer mehr als zwei Gehminuten von einer Boulangerie entfernt wohnt, hat offensichtlich etwas falsch gemacht. Und natürlich hat jeder seinen Lieblingsbäcker. Mein Endorphinspiegel ist jedes Mal in die Höhe geschnellt, wenn ich mir bei meinem Bäcker mal schnell ein baguette tradition auf dem Nachhauseweg geholt oder ein pain au chocolat zum Frühstück gegönnt habe. In der Warteschlange konnte ich selten meine Augen von den Tartes und Eclairs, den Financiers und Madeleines lassen.

© Lisa Ksienrzyk

Zurück in Berlin vermisse ich diese Konstante meines Pariser Alltags und war froh, als ich die Croissanterie entdeckt habe.
Zwar kann ich hier nicht mit einem warmen Baguette in der Hand aus dem Café marschieren, dafür mildern die Croissants mein Fernweh und sättigen meinen unbändigen Appetit nach französischem Gebäck. Das Café hat darüber hinaus eine große Auswahl an belegten Broten und Croissants, die frisch zubereitet werden. Von Manchego, über Lachs bis zu Serrano oder mit einer hausgemachten veganen Paste, da wird jeder fündig. Im Hintergrund dudeln französische Klassiker und singen von der Liebe und dem Leben. Große Wandbilder zieren das kleine Café, die - natürlich - den Eiffelturm zeigen, das Moulin Rouge, die rue pannier und die bergige Landschaft. Ich habe in viele Croissants beißen müssen, bis ich hier das perfekte Blätterteighörnchen gefunden habe. Und das sogar nur etwas mehr als zwei Gehminuten von mir zuhause entfernt.

© Lisa Ksienrzyk

Unbedingt probieren: Die Croissants natürlich.

Veggie: Bien sûr. Selbst Veganer müssen keinen Bogen mehr um das buttrige Gebäck machen.

Preis: Die Croissants kosten im Schnitt 1,50 Euro, ein kleines Frühstück 4,90 Euro.

Beste Zeit: Zum Frühstück entweder gleich dort oder zum Mitnehmen.

Wermutstropfen: Die Einrichtung ist schon etwas älter und versprüht einen leichten, sagen wir mal, Imbiss-Charme

Croissanterie | Pannierstraße 56, 12047 Berlin | Montag – Freitag: 7–15 Uhr, Samstag & Sonntag: 8–16 Uhr

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