Fu Gee La #16 – Benefizkonzerte, Entlassung von Allert & der Berliner Dom als Flüchtlingsunterkunft

16. Dezember 2015. Jede Woche gibt es neue Nachrichten zu der Flüchtlingssituation in Berlin. Deshalb informieren wir euch hier wöchentlich über die aktuellen Geschehnisse rund um Flüchtlingspolitik und soziales Engagement. Bei “Stil in Berlin” könnt ihr diesen Beitrag auch auf Englisch lesen.

Die Zahl der Woche

15 | So viele Jugendliche sollen in den Berliner Dom ziehen, die wohl beste Adresse einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin bisher. Besonders sei die Rund-um-die-Uhr-Betreuung, berichtet die Berliner Morgenpost.

Wie läuft’s beim LAGeSo?

Immer wieder gibt es gewalttätige Auseinandersetzungen in der Warteschlange, so auch am Montag. Dabei unterscheiden sich auch die Berichte über die Geschehnisse immer wieder. Die Polizei spricht von aggressiven Wartenden, die über die Absperrungen klettern; Zeugen geben dem Sicherheitspersonal die Schuld, das grundlos und teils brutal auf die Wartenden reagiere.

Vor dem Eingang auf der Turmstraße stehen seit Kurzem übrigens Busse, in denen sich die Wartenden aufwärmen können. Nun wurde bekannt, dass zwei dieser Busse von Herbert Grönemeyer zur Verfügung gestellt wurden.

Neben Moabit hilft will demnächst auch ein neuer Verein am LAGeSo tätig sein – "die Basis". Brisant ist das deshalb, weil sich die ehemalige Initiatorin Victoria Baxter mit der Vereinsvorsitzenden Diana Henniges überworfen hat. Ob die Arbeit von zwei Organisationen am LAGeSo die Situation verbessert oder zu noch mehr Chaos führt, wird sich zeigen.

Übrigens soll die Behörde über Weihnachten komplett schließen.

Was macht die Politik?

Vielleicht hat ja unter anderem deswegen Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller die Entlassung von LAGeSo-Chef Franz Allert gefordert. Sozialsenator Mario Czaja gab daraufhin dem Entlassungsgesuch von Allert statt. Warum Czaja nicht gleich auch ging, weiß die Berliner Morgenpost.

In der Unterkunft in Tempelhof stehen den Bewohnern noch immer keine Duschen zu Verfügung, weil diese noch gebaut werden. Nach wie vor werden sie mit Busshuttles zu den Waschmöglichkeiten am Columbiabad gefahren – und die Shuttles fahren nur noch bis zum 18.12. Ein Konzept für die Zeit dazwischen gibt es nicht.

Immer wieder sträuben sich Bezirke, Turnhallen als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung zu stellen, einerseits weil es Sportlern und Kindern die Trainingsmöglichkeit nimmt, andererseits weil es nach Aussage vieler Bezirke geeignetere Unterkünfte gebe, die der Senat nicht prüft oder nutzt. Darunter befindet sich auch Spandau. Der Bezirk nimmt zwar die meisten Flüchtlinge auf, will aber einen Beschluss erwirken, keine Turnhallen mehr abgeben zu müssen. Die ganze Story gibt's beim RBB. Auch von anderen Bezirken gibt es Bedenken hinsichtlich der Bebauungspläne des Senats.

Platz wäre hingegen im alten Haus der Statistik am Alexanderplatz. Eine Initiative aus Berliner Stiftungen und Künstlervereinen schlägt vor, das Haus für Geflüchtete und Kreative zu revitalisieren. Immerhin steht das 50.000 Quadratmeter große, 10-geschossige Haus seit 2008 komplett leer und würde Platz für 1000 Flüchtlinge bieten.

Gibt es auch schöne Geschichten?

Die "Warm Up"-Party von Stil in Berlin am 13.12. war ein großer Erfolg. 819kg Kleidung spendeten die Berliner! Initiatorin Mary hat ein paar Worte des Dankes noch mal hier aufgeschrieben.

stilinberlin-warmup_2_288-905x604© Ana Santl

So kannst du diese Woche helfen

Am 17. Dezember organisiert das Nachbarschaftsnetzwerk Polly & Bob eine Benefizveranstaltung für die Hilfsorganisation Friedrichshain hilft. Los geht's um 19 Uhr im Ambulatorium auf dem RAW-Gelände.

Am gleichen Tag findet auch das Benefizkonzert "Die Welt für Toleranz" im Lido statt. Der gesamte Erlös des Konzertes geht an die Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge in Berlin (KuB), die Geflüchteten und Migranten bei der Orientierung und Organisation ihres Alltags in Berlin hilft. 19 Uhr geht's los, Karten könnt ihr hier vorbestellen.

Und im Frannz Club wird für Moabit hilft gesammelt, denn dort geben die Berliner Bands Sebastian Block, Peer und Tipps für Wilhelm ein Konzert für den guten Zweck.

Am Sonntag, 20. Dezember, sammelt Kicks 4 Refugees Sneakers und Winterschuhe für Flüchtlinge im Bikini Berlin.

Überall sprießen neue Organisationen und Ideen, wie man Geflüchteten helfen kann, aus dem Boden. Jugend rettet hat sich der Seenothilfe verschrieben. Das Team besteht aus 11 Helfen zwischen 19 und 26 Jahren, kommt aus Berlin, will im März ein Schiff kaufen und ab Juni bei der Seenotrettung auf dem Mittelmeer helfen. Wie ihr helfen könnt, erfahrt ihr hier.

Holland Jugend Rettet_Jann Wilken3© Jugend rettet

Auch Connecting Buddies gibt es noch nicht lange. Die Organisation will dabei helfen, Berliner und Geflüchtete zusammen zu bringen.

Die Initiative Flüchtlinge Willkommen hat gestern eine neue Betterplace-Kampagne gestartet, um 50 weitere Zimmer finanzieren zu können.

 

Engagieren
Infos und Links zu einzelnen Flüchtlingsinitiativen Berlins findet ihr auf der Seite des Flüchtlingsrats Berlin und bei bürgeraktiv – das Engagementportal. Bei Volunteer Planner könnt ihr euch als freiwilliger Helfer an einer der zahlreichen Unterkünfte registrieren.

 


Der Titel dieser Serie stammt von dem Fugees-Song “Fu Gee La”Das ist letzte Woche passiert.

Titelfoto: © Ana Santl

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