Eine Berliner Non-Profit-Organisation vermittelt WG-Zimmer an Flüchtlinge

Wer als Flüchtling nach Deutschland kommt, landet meist in einer Massenunterkunft. Die Bedingungen dort weichen stark voneinander ab. In den Medien häufen sich Berichte von Anwohnern, die gegen Flüchtlingsheime protestieren; von Wachleuten, die mit den Bewohnern in Konflikt geraten; von Flüchtlingen, die untereinander streiten. Fest steht: Flüchtlingsheimen haftet leider immer ein gewisser "Außenseiter-Charakter" an. Obendrauf kommt die Kapazitätenfrage im Allgemeinen. Berlin baut bereits erste Containerdörfer, um Asylbewerber unterzubringen.

Das Projekt "Flüchtlinge Willkommen"  nimmt einen anderen Weg. Die Idee: Warum sollten Flüchtlinge nicht einfach in unsere WGs ziehen, wenn sowieso ein Zimmer frei ist oder wird? Das hat nur Vorteile.

Die Flüchtlinge wohnen in einer angemessenen Unterkunft, finden besser Anschluss und lernen schneller die Sprache. Ihr lernt eine andere Kultur kennen und helft einem Menschen in einer schwierigen Situation.

collage1-2
Die Initiatoren von "Flüchtlinge Willkommen" haben schon ein Buch über Flüchtlinge geschrieben (Golde, links), Jonas und Mareike wohnen zusammen in einer WG.

Über die Homepage von "Flüchtlinge Willkommen" können sich WGs anmelden und bekommen einen neuen Mitbewohner vermittelt, ein Kennenlerntreffen gibt es natürlich vorher auch. Den einzigen Stolperstein bildet die Miete. Einige Bundesländer, darunter Berlin, fördern den Auszug aus Sammelunterkünften und übernehmen auch die Kosten der neuen Unterbringung. Die Initiatoren verweisen darauf, dass die Miete andernfalls durch Mikrospenden, also 3 bis 50 Euro im Monat, von Freunden und Familie oder über Crowdfunding recht leicht abzudecken sei.

Noch steht die Non-Profit-Organisation ganz am Anfang. Schön klingt der Ansatz auf jeden Fall, tausendmal menschlicher als das Wort "Massenunterkunft". Wie viele Leute letztlich wirklich mitmachen, wird sich zeigen. Ab Dezember zieht schon mal ein Flüchtling in die WG von Mit-Initiator Jonas ein.

Hier könnt ihr euch als WG bewerben.

Weiterlesen in Stadt