Wird die East Side Gallery bald mit neuen Bildern übermalt?

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Sie ist eine der größten Besuchermagneten Berlins: die East Side Gallery. Der 1,3 Kilometer lange bemalte Streifen Grenzmauer steht als Symbol für die friedliche Revolution und die Wiedervereinigung und ist mittlerweile zu einem Wahrzeichen Berlins geworden. 181 Künstler aus 21 Ländern haben das Stück Mauer zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke 1990 bemalt und 2009 im Zuge einer Sanierung reisten 87 der Künstler noch einmal an, um ihr Mauerstück zu restaurieren. Nun wird die Frage laut, ob die Bilder von damals noch der zeitgemäßen Perspektive entsprechen.

Kani Alavi, 1. Vorsitzender des Vereins East Side Gallery e.V., der sich um den Erhalt der Mauer kümmert, ist klar gegen ein Übermalen oder Neugestalten der Open-Air-Galerie. Die Bilder seien Kulturgut, sagte er gegenüber der RBB Abendschau. "Neue Bilder kann man überall malen, aber die East Side Gallery ist authentisch", so seine Meinung. Dagegen hält Chef des Künstlerhaus Bethanien Chris Tannert. "Die Qualität dieser Werke ist nicht länger zu unterstreichen," sagt er und spricht sich damit klar für eine Erneuerung aus. Eine Einigung gibt es in der Debatte noch nicht.

Die Frage kann unterdessen jeder für sich selbst beantworten: Ist öffentliche Kunst wie diese für die Ewigkeit oder muss man sie irgendwann aktualisieren? Sollte man dann auch in der Sixtinischen Kapelle mal ein paar zeitgemäße Minions ins Deckenfresko einbauen?

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