Ehrenamt: In Berlin etwas bewegen

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Müdigkeit. Sie überkommt einen, wenn die Zahl der Sonnenstunden drastisch sinkt. Sie überkommt einen aber auch, wenn man die Nachrichten verfolgt. Von global bis kommunal: Irgendwie ist alles katastrophal. Da wurde jemand ermordet, hier wächst die Kinderarmut, da sind hunderte Menschen in einem Erdbeben ums Leben gekommen. Seit dem Rückzug aus dem Klimaabkommen brennt und pustet es allmonatlich in Amerika, im Mittelmeer wird seit Jahren gestorben und die Flüchtlinge sind immer noch nirgendwo richtig willkommen, geschweige denn zuhause. Allzu verständlich, dass da so manchem die Lust nach Abschalten kommt. Der Winter ist ohnehin so eine deprimierende Jahreszeit, da zieht einen die ganze Hoffnungslosigkeit erst recht runter. Man kann ja doch nichts ändern. Man muss dem Elend zuschauen, es geschehen lassen. Oder?

Wir haben uns gedacht, dass es keinen besseren Zeitpunkt für ein bisschen Feel-Good-Aktionismus gibt als jetzt, in der knisterkalten Vorweihnachtszeit. Man kann sich abends einen hinter die Binde kippen, Kerzen anzünden und Liebeskomödien gucken. Man kann aber auch was Gutes tun. Ist auch schön. Und wärmt irgendwie nachhaltig das Herz.

Hier eine Reihe von Berliner Projekten, die noch Leute wie dich brauchen! Mach den Winter zur besten Jahreszeit ever: für alle!

1. Gegen die Kälte

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Während wir zuhause winterliche Gemütlichkeit zelebrieren, kriecht schon frostige Kälte in die Glieder der Heimat- und Obdachlosen, die in unseren Parks, unter unseren Brücken und in unseren verlassenen Gebäuden einen Platz zum Schlafen suchen. Vielleicht hast du dich schon gefragt, was eigentlich mit dem Obdachlosen passiert ist, den du bei jedem Wetter auf der Parkbank hast schlafen sehen. Vielleicht ist er jetzt, wo es so richtig schmerzhaft kalt wird, bei der Berliner Kältenothilfe untergekommen. Da gibt’s zum Beispiel die Frostschutzengel, die ein großes Angebot für Überwinterer auf den Straßen der Stadt haben und das in vielen Sprachen anbieten. Hier kannst du schon mit einem 5er helfen. Wer mehr zu den aktiven Stadtpflanzen gehört, der kann auch raus und anpacken. Die Aktion "Berlin bei Nacht" der Berliner Stadtmission lädt alle Freiwilligen, die den nötigen Elan haben, ein, vom 1.11. bis 31.3. der Kälte mehr als nur warme Worte entgegenzusetzen. Suppenküchen, Kleiderausgaben, Nottelefone und Co. brauchen jedes Jahr Verstärkung.

2. Fuuuuußball, olé!

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Für 90 Minuten den "ganzen Scheiß" vergessen: Nicht nur dem Büroalltag kann man bei einer gepflegten Partie 11 gegen 11 astrein entfliehen. Auch Alltagsrassismus, Zukunftsängsten oder Abschiebesorgen kann man ein bisschen davonlaufen, wenn es nur darum geht, das Runde ins Eckige zu bringen. Wenn du Fußball auch liebst und dich in Vollzeit oder ehrenamtlich gern engagieren möchtest, um trübe Gedanken wegzukicken, dann bist du hier richtig: bei CHAMPIONS OHNE GRENZEN in Berlin wird jeder gebraucht, der Lust hat echte Projektarbeit für den sportiven Verein zu leisten oder Fußballtrainer zu sein.

3. Big Brother for real

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Du musst nicht selbst Mutter oder Vater werden, um einem Kind sagen zu dürfen, wo es langgeht. Und mit Garantie sind diese Kinder dir dankbar für deinen Rat: Die Aktion AKINDA des Xenion-Vereins vermittelt Vormundschaften für minderjährige Geflüchtete. Was du mitbringen musst, ist Engagement und Verlässlichkeit, ansonsten ein paar Stunden die Woche, wie bei dem amerikanischen Vorbildprojekt Big Brother. Was deine Aufgaben sind? Ein offenes Ohr haben, mal was gemeinsam unternehmen, ab und zu Termine organisieren, da sein.

4. First responder

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Erste-Hilfe-Kenntnisse besitzen ist wichtig, vor allem in einer Stadt wie Berlin. Da liegt seit Stunden einer in der eisigen Kälte und regt sich nicht, da hängt einer schlaff im hinteren U-Bahn-Abteil mit einer ganz ganz unguten Gesichtsfarbe, jemand fällt zuckend mitten im Club zu Boden, da prügeln sich grad welche … – Gut, wenn dann einer da ist, der ein bisschen den Durchblick hat. Seitenlage, Druckverband, Wiederbelebung: alles Gold wert! Wenn du nicht nur deine eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen möchtest, sondern ehrenamtlich Lust hast, andere in der selbigen zu unterrichten, dann kannst du kostenlos bei den Johannitern zum Ausbilder werden.

5. Über den Tellerrand hinausschauen

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Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn du schon mitten im Job stehst und sozusagen businessmäßig ein alter Hase bist, kann dein Wissen für einen Neuankömmling von großem Nutzen sein! Beim Buddy-Programm von überdentellerrand e.V. kannst du deine Erfahrungen mit einem Geflüchteten teilen, in Workshops erarbeitest du Strategien für deinen Business-Buddy und du hilfst ihm, die Hürden zu nehmen (Schlange stehen, Amtsschimmel, Bürofilterkaffee).

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