Dürfen Privatwohnungen in Berlin bald legal an Touristen vermietet werden?

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Was in anderen Großstädten innerhalb und außerhalb Europa längst gängiges Modell ist, war bislang in Berlin ein heikles Pflaster: Die Vermietung der eigenen Wohnung an Touristen bzw. Besucher bei eigener Abwesenheit, zum Beispiel via Airbnb, war nur unter strengen Auflagen erlaubt. Das könnte sich nun wieder ändern. Das sogenannte Zweckentfremdungsverbot wurde 2014 erlassen, um zu verhindern, dass gewerbliche Ferienwohnungsvermieter durch ihr Gewerbe Wohnraum blockieren. Nun hat ein Gericht in Pankow im Falle eines Klägers geurteilt, dass er seine Mietwohnung an 182 Tagen im Jahr weitervermieten darf, weil er nachweisbar die Hälfte des Jahres im Ausland unterwegs ist.

Rechtsexperten wittern nun eine Aufweichung des Zweckentfremdungsverbots und spekulieren, dass schon bald alle Privatleute darauf hoffen dürfen, ihre Wohnung legal und ohne große bürokratische Hürden weitervermieten dürfen, wenn sie pendeln oder im Urlaub sind – schließlich wird ihre Wohnung auf diese Weise nicht zweckentfremdet, sondern bleibt als dauerhafter Wohnraum erhalten. Das Bezirksamt Pankow will noch keine Bestätigung geben, da der Fall noch nicht ausverhandelt ist. Aber wenn es eine Gesetzesänderung gibt, gilt es bei einer Vermietung zumindest nicht mehr die empfindlichen Bußgelder oder gar der Rauswurf aus der Wohnung zu befürchten. Nach wie vor muss jedoch bei jeder Variante die Zustimmung des Vermieters eingeholt werden.

Ob es hingegen in Ordnung ist, seine Bude für eine horrende Summe online anzubieten, während man nicht im Urlaub ist, sondern nur in der Zeit bei Freunden pennt, steht auf einem anderen Blatt.

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